Hamburg-(liebe)

13:46

Was ein Vorhängeschloss und Tabletten gegen Übelkeit mit meiner, oder vielmehr unserer Liebe für Hamburg zu tun haben, erfährst Du in den kommenden Zeilen.

Wenn einer eine Reise tut

Eineinhalb Jahre waren wir zusammen, als wir uns auf unsere erste gemeinsame, kurze Reise begaben.

Wir standen vor der schweren Frage: "Wohin soll's gehen?" Nunja, da wir beide bereits auf einem Jungs-/Mädels-Trip in Hamburg waren, lag Hamburg als Ziel recht nahe, denn wir kannten uns beide schon ein wenig dort aus. Dass diese kurze Reise eine ganz besondere werden sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


Auf geht's - ab geht's


Genauso sah es aus. Wir haben uns für die Anreise mit dem Flugzeug entschieden. Die Anreise in das "Zentrum" mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, ist vom Flughafen HAM aus einfach super unkompliziert.

Kaum im Hotel angekommen, fühlten wir uns pudelwohl. Auch wenn der Mann zu diesem Zeitpunkt wenig entspannt wirkte. Bei original Hamburger Schietwetter verließen wir das Hotel - so muss das - und machten zunächst die Mönckebergstraße und das Alsterhaus unsicher.

Sekt oder Selters?

Dieser Abend sollte mein letzter Abend im 26. Lebensjahr sein, also ließen wir uns nicht lumpen, und gingen nett essen (übrigens saß Christina Stürmer neben uns am Tisch - dank Gesichtsblindheit habe ich sie natürlich nicht erkannt, der Mann schon). Nach ein paar Ründchen über die Reeperbahn und die Große Freiheit arbeiteten wir uns vor in Richtung Landungsbrücken und Hard Rock Café. Kaum angekommen orderte ich schnell einen Drink, schließlich war es kurz vor Mitternacht und wir wollten auf mich anstoßen. Das 26. Lebensjahr sollte mit einem Mega-Fail abschließen. Ich bestellte mir ein fancy "Club Soda", das konnte nur gut sein, schließlich kann der Namensbestandteil Club nur für gute Stimmung stehen, oder? Eben nicht! Pünktlich um 00:00 Uhr stand mein fancy Getränk auf dem Tisch. Es dauerte nicht lange, bis ich festgestellen musste, dass ich mir ein 1A Zitronen-Wasser bestellt hatte. Läuft, oder? Wie sagt man noch: Je oller, je doller. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen, also orderte ich schnell einen Cocktail mit Schokoladeneis, Wodka, Cola und Kirschlimonad - merkwürdige Kombi, aber super gut! 

 

 

Komischer Kult

Weiter ging es zu späterer Stunde wieder in Richtung Davidstraße. Der Mann wollte unbedingt in "seinem Stammladen", dem "Windjammer" vorbeischauen (oder vorher auf Facebook (klick)). Im ersten Moment denkt man "oops, wo bin ich denn hier gelandet" und im nächsten Moment erwischt man sich schon dabei, wie man die zugekleisterte Fotowand scannt und einen Hamburger Kiez-Promi nach dem anderen entdeckt. Die beiden Betreiber der "kleinen süßen Hafenkneipe", Fred und seine Frau Isabella sind einfach mega kultig und echte Kiez-Originale. Wem es mal nach Hamburg verschlägt, der sollte unbedingt mal Kiezkneipen-Luft "im Windjammer" schnuppern. Wenn Ihr Glück habt, spielt die Jukebox sogar in Dauerschleife "Wenn Cowboys liebe machen". Fazit, der Abend fand im Windjammer einen gelungen Abschluss, und das 27. Lebensjahr genauso gut an, wie das 26. endete.

Übrigens: Hier könnt Ihr einen kleinen Beitrag zu den Kiez-Wirtinnen und dem schwierigen Business zu Zeiten des "Kneipensterbens" finden (klick).

 

Eine Seefahrt, die ist lustig...

...so heißt es zumindest. Mein "großer Tag" war gekommen. Geburtstag haben ist schön, aber Geburtstag in Hamburg zu haben ist noch viel schöner. Zur Feier des Tages gab's zum Frühstück ein Stück meines Lieblingskuchens von Starbucks - Carrot Cake.


Weiter ging die Reise in Richtung Landungsbrücken, dort haben wir ganz Touri-like ein Schloss mit unseren Namen und unserem Kennenlern-Datum aufgehangen. Wir schlenderten dann weiter in Richtung Speicherstadt und was dann passierte, werde ich niemals vergessen. Ein älterer Mann, indischer Herkunft, beobachtete uns und schaute uns intensiv an und sagte uns nur "You look lucky, you are lucky people" und ging an uns vorbei. Das war ein magischer Moment. Umgab das Schloss uns bereits mit einer magischen Aura, oder war da noch etwas anderes im Busch?



Laut Plan sollte der Abend mit einem rustikalen Dinner an den Landungsbrücken mit anschließender Barkassen-Nachtfahrt abschließen. Wir begaben uns also in Richtung Hafencity, um dann gemütlich mit der Fähre das letzte Stück zu schippern. Kaum eingestiegen und abgelegt, wurde dem Mann ganz anders... Er wurde erkennbar blass um die Nase und kaum noch ansprechbar so flau war ihm. Anscheinend vertrug die alte Landratte das Wasser unter den Füßen nicht so gut. Die Barkassenfahrt war also (Achtung Wortspiel) in's Wasser gefallen. Nix da mit romantischer Bootstour durch die Speicherstadt... Die Laune des Mannes wurde immer schlechter und schlechter und er wurde gereizter und nervöser. Er konnte doch nichts dafür und ich erst recht nicht. Ich hatte die nicht stattfindende Tour schon längst verarbeitet. Das rustikale Dinner mit Papierservietten, gut gekühltem Alsterwasser und Burgern schlug dem Mann wohl zusätzlich auf den Magen.

 

Tagesordnungspunkt Nummer drei

Nach dem Dinner war ich mit dem Programm fertig, nichtswissend, dass mein Mann einen weiteren geheimen Programmpunkt auf der Tagesordnung stehen hatte. Er zerrte mich hin- und her und suchte verzweifelt unser Schloss, welches wir am Nachmittag aufgehangen haben. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, kam dem schon sehr nah. Schlau wie wir sind, hatten wir uns mit Nutella-Namens-Etiketten zusätzlich verewigt, somit fand er irgendwann das Schloss wieder.

Verliebt, verlobt, verheiratet...

Er kramte nervös in den Taschen und da kam sie auch schon... DIE Frage... garniert mit einem wunderhübschen Ring blieb mir nichts anderes übrig, als "ja" zu sagen. So endete ein leicht chaotischer Tag für beide mit einem flauem Gefühl im Magen und einer ganz besonderen Verbindung zu der wohl schönsten Stadt der Welt.


Die schlechte Laune über die entfallene Barkassenfahrt wurde mir nun auch verständlich, denn der Ursprungsplan meines Mannes, mir auf der Barkasse den Antrag zu machen, schlug fehl. 















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